September-Biwak: Strecke verdasselt und vom Fuchs gerettet

Wo geht es eigentlich lang?

Mancher sagt, GPS und Abenteuer schlössen sich aus. Frei nach dem Motto „Was ist denn schon Abenteuer, wenn man einer Linie auf einem technischen Gerät folgt“? So mag das auf dem ersten Blick scheinen. Doch weit gefehlt. Mit dem GPS fängt das Abenteuer erst an! Die Tour am letzten WE war ein gutes Beispiel dafür: Mit Holger von Hannover nach Göttingen. Start Freitag um 15:00 Uhr, 138 Kilometer, ein Biwak im Wald und zum Frühstück zuhause … so war der Plan. Das Web lieferte die Streckenschnipsel und das GPS wies den Weg. Schick aus Hannover heraus:

Und mitten rein ins Chaos! Was im Netz wie ein perfekter Weg aussah, entpuppte sich in der Realität als zugewuchterte Trasse aus napoleonischen Zeiten … schnell waren wir hinter dem – sehr optimistischen – Timing und konnten die geplante Verproviantierung in Dassel nicht mehr erreichen. Es dunkelte, die Trinkflaschen waren leer und neben ein paar Nüsschen war nichts geblieben. Es musste ein Plan B her. Doch erst einmal ging es den Raabe-Wanderweg hinauf zum Raabe-Turm. Ein perfekter Spot, aber leider waren Bauch und Taschen zu leer, um hier zu nächtigen. Wir preschten talwärts! Und wenn die Not am größten ist, naht die Rettung meist unverhofft. Wir kreuzten die L484 und frohlockten, denn wir erblickten einen Gasthof. Die Waldgaststätte Roter Fuchs … ist noch nicht vom großen Sollinger Hotel- und Ausfluslokalsterben heimgesucht worden, nein, der Laden hatte offen. Ein MTB-Pärchen labte sich auf dem Freisitz an Bieren. Wir taten es ihnen gleich.

Nach einer Kutscherpfanne wendeten wir die Räder um 180 Grad und erklommen den Anstieg zum Raabe-Turm. Ein herrlicher Abend nahm seinen Anfang: Das Feuer prasselte, im Magen rumpelten drei Spiegeleier und Bratkartoffeln, sowie ein „Enzian-Schnaps“, den uns der Wirt aufdrängte: „Jungs, wird kalt draußen, wenn die Sonne weg ist! Der wärmt von innen.“

Am nächsten Morgen lagen wir locker 20 km hinter der Marschtabelle, also haben wir kurzerhand auf Bahn-fahren-ab-Alfeld umgebucht und fuhren um kurz vor 9 in Göttingen ein. Tja, GPS sorgt halt doch für Abenteuer!

 

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