Die „das-kannste-dir-nicht-ausdenken“-Kältefahrten

Eigentlich, ja, ganz eigentlich wollte ich zum Jahrestreffen des VSF per Overnighter anradeln. Aber dann war die Woche zu stressig und die Nacht mit Zweistelligen-Minus-Temperaturen, als dass ich das aufgespurt bekam. Also einfach morgens ein Stück Zug  und dann knapp 86 km von Stadtroda nach Leipzig per Gravelbike. In weiser Voraussicht hatte ich mir drei Pakete (zwei für einen kleinen Messestand beim VSF und eines mit ziviler Bekleidung und allem was man für vier Tagen Netzwerken braucht und auf dem Rad nicht vermissen wird) ins Hotel geschickt. Ich radle also bei -6°C los, genoss die Region, einsame Straßen und einen freundlichen (also ruhigen) Wind. Um 15:05 Uhr traf ich ein und hatte noch 55 Minuten bis ich einen der Auftaktvorträge (Parallelprogramm) zur Tagung halten sollte. Der Plan war einfach: Einchecken, Paket schnappen, Frisch machen, kleinen Happen essen und ab auf die Bühne! … Der Plan implodierte an der Rezeption: nur zwei der drei Pakete haben es pünktlich nach Leipzig geschafft. Puh, kurz telefonieren! Nicht zu klären an einem Samstagnachmittag! Schütteln! Fix in die Innenstadt gejoggt: in den GaleriaKauf (wie heißt das Ding gerade eigentlich genau) gerannt, die Rolltreppe in den Herrenabteilung, eine Verkäuferin kommt direkt auf mich zu: „Kann ich Ihnen helfen?“ … meine Antwort: “ Ja, eine Jeans, vier Boxershorts, vier T-Shirts, ein Gürtel und ein paar Schuhe und alles bitte so schnell, wie es geht!“, 20 Min später nehme ich die Rolltreppe zum Ausgang, dann noch in die Drogerie (vier Tage kein Zähneputzen war keine Option…GRINS). Anschließend im Sauseschritt zum Hotel, auf Zimmer, umziehen mit Katzenwäsche und Vollgas zum Vortragssaal: 16:04 Uhr auf der Bühne! Puh, brauchst du für nichts! Meine Nerven am Arsch!

Der Rest der Tagung verläuft fein und gut. Am Dienstagmorgen ist Abfahrt angesagt, weil ich am Abend mit Moritz und Oskar zum Stadiumsbesuch bei BVB verabredet war. Dafür erst einmal 80 km nach Gera radeln. Ein paar Minuten beim morgendlichen Packen liegen lassen und beim Auschecken, zeigt die Rezeptionistin auf ein Paket „Und was soll mit diesem Paket für Sie passieren“ … Oh Gott, das Paket war am Vortag angekommen und ich wurde nicht benachrichtigt. Dann fix per Handy einen emailigen Paketschein organisiert und dann aber ab aufs Rad. Durch Leipzig lief es entspannt, auf dem Land zeigte sich aber der Wind! Von seiner unangenehmen Seite: Mitten ins Gesicht. Ich überschlage den Zeitplan und schaue aufs GPS… das wird richtig knapp, wenn ich um 11:05 in Gera sein will, muss ich einen knappen 28er Schnitt fahren. Bei Gegenwind, über teils vereiste Pisten! Fahren hart am Limit! 11:10 rolle ich in den Bahnhof ein. Wo sind die Verspätungen der Bahn, wenn man sie braucht? Mistig! Umplanen am Handy. Andere Verbindung mit Ausstieg in Heiligenstadt. Dort steht Moritz mit dem Auto und dann geht es weiter direkt auf die A38 gen Ruhrgebiet. Letztlich pünktlich am Stadion! Einmal ist das Paket nicht da und macht Stress und dann ist es da und wieder Stress! Sache gibt es!

Danke Isabell von Velo_Konzept für die Bilder während meines Vortrages!

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