Juhu, morgen werde ich 30!

Am 14.03.1996 hatte ich meinen letzten schweren Radunfall. Im Trainingslager auf Mallorca rauschte ich quasi ungebremst in einen BMW rein (ja, es hätte an mir gelegen, dass das nicht passiert). In letzter Sekunde habe ich mich mit voller Kraft aus dem Schalensitze des Liegerades gedrückt. Dank Oberlenker mit angewinkelter Armhaltung hatte ich dabei reichlich Hub. So hob ich quasi ab, genau in die Moment, als Rad und Auto aufeinanderprallten: Die beiden Lenkerholme bogen sich fast um 180° nach vorne und die steife Suntour Sprint Kurbel verformte sich stark. Ich erinnere mich noch heute exakt: Während des Fluges hatte ich das komplette Auto im Blick. Ich habe also mächtig Höhe gehabt. Bei der Ladung halfen mir die alten Reflexe aus meiner Judoka-Zeit. Eine perfekte Rolle und ich stand hinter dem Auto wieder auf meinen Beinen. Voll unter Schock, mit einigen Schürfwunden und mächtig durchgeprellt am ganzen Körper, aber sonst unverletzt. Das wurde im Krankenhaus nochmals gescheckt und am Abend saß ich mit den Radkumpels wieder am Esstisch. Dem Liegerad, ein feiner Stahlselbstbau meines Freundes Martin Staubach, hat die Sache mehr zugesetzt: Neben Kurbel und Lenker war auch dem Hauptrahmen lädiert, ziemlich verzogen, eine mächtige Delle krönte das Hauptrohr und die Lackierung mit Sonderlack war dahin. Ich hatte viel Glück um Unglück. Und damit meine ich nicht nur, dass am Vortag noch eine 3.000-DM-SRM-Kurbel am Rennlieger montiert war. Seither begehe ich den 14.03.1996 (meist leise für mich) als zweiten Geburtstag. Staubi nahm es mit Humor, ich zahlte den Schaden und erbaute aus der zerstörten Kurbel einen mahnenden „Highway2Hell-Award“ , den er mir zum ersten Geburtstag überreichte …

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